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1.Preis

Verfasser

capatti staubach Landschaftsarchitekten
Matthias Staubach
Tancredi Capatti
Mariannenplatz 23
10997 Berlin

Mitarbeiter/in der Verfasser/in:
Dipl.-Ing. Thomas Steinborn
Guangzheng Li
Anja Ziebart

 

Leitidee

„Unser Entwurf begreift die altstädtischen Raumfolgen von Domplatz, Weck- und Hühnermarkt sowie Römerberg als stadträumliches Kontinuum, die über eine einheitliche Gestaltsprache miteinander verwoben und wieder in einen Zusammenhang gestellt werden. Grundidee der Platzgestaltung ist in Würdigung der besonderen Bedeutung des Kaiserdoms, eine räumlich differenzierte, identitätsstiftung Gestaltung des Stadtbodens sowie die Neuverortung des die Blickbeziehung auf dem Dom beeinträchtigenden Baumbestands.

Ziel ist es, einerseits die Blickbeziehung zum Dom als herausragendem Kulturdenkmal und städtebauliche Determinante herauszuarbeiten; andererseits den Charakter der durch den Dom bestimmten teilräumlichen Situationen, mit auf den Ort abgestimmten Wasserspiel- und Sitzelementen als Verweil- und Aufenthaltsbereiche zu stärken.“

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts

In einer guten Balance zwischen Einheitlichkeit und Differenzierung entwickelt die Arbeit einen stadträumlich gelungenen Ansatz. Das im Polygonalverband ungerichtet verlegte Basaltpflaster greift das in der Altstadt vorhandene Motiv auf und wird zu einem ruhigen Grund für die sehr dispersen Situationen rund um den Dom. Der umlaufend kontrastierende Tiefbord dient als taktiles Leitsystem und fügt sich unaufdringlich ein.

Mit den vorgeschlagenen Akzentuierungen einzelner Teilräume wird das richtige Maß gefunden, auch die gesetzten Themen sind gut nachvollziehbar. Durch die Verschiebung des Baumdaches auf dem Domplatz wird dem Gebäude wieder der nötige Antrittsraum verschafft, ohne jedoch die heutigen stadtklimatischen Wirkungen zu verlieren. Die konkrete Lage der Pflanzung sollte jedoch mit Blick auf den unterirdischen Leitungsbestand überprüft werden. Auch der neu vorgeschlagene Brunnen ist am richtigen Platz. Er schafft einen urbanen Ort und wird eine atmosphärische Ausstrahlung entwickeln. Die Abbildung des Kapellengrundrisses ist aufgrund der fehlenden Befunde nicht angeraten.
Im Süden wird die Straße erkennbar über den Weckmarkt geführt, ohne ihn jedoch übermäßig zu zerteilen. Auch hier wird ein grünes Thema erkennbar, die frei positionierten Bäume geben dem Platzraum einen Charakter, ohne seine urbane Grundfigur in Frage zu stellen.

Die in sonnigen und schattigen Situationen sehr differenziert vorgeschlagenen Aufenthaltsorte sind grundsätzlich richtig positioniert, jedoch entsprechen die teilweise expressiv und übergroß geformten Sitzmöbel nicht dem im Grunde ruhigen und kleinteiligen Charme der Domumgebung.

Insgesamt wird ein Beitrag angeboten, der aus einer ambitionierten aber auch funktionalen Denkweise heraus wesentliche stadträumliche Defizite beseitigt und zukunftsfähige Vorschläge zur Neuordnung des Domumfeldes entwickelt.